Den Anfang macht Michael Kuhn, der seit 1967 mit Unterbrechungen einen Steyr Puch 650 TR fährt. Aber erst in den letzten Jahren wieder häufiger mit dem Puch unterwegs ist.
Mein Name ist Michael Kuhn
Angefangen hat es 1967 mit einem Steyr 650 TR1 Alt mit festem Dach der bald von einem Steyr Puch 650TR2 Europa abgelöst wurde. Der TR2 fuhr ohne jede Probleme bis nach London und zurück. Dann kamen Bundeswehr und Studium und andere Dinge wurden wichtiger. Ab 1981 ging dann wieder los. Ein 650TR2 Europa aus Wien im Neuzustand wurde angeschafft.
Der Preis war für die damalige Zeit exorbitant. Neue Karosserie, Bremstrommeln, Stoßstangen und der original TR2 Motor und das Getriebe mit 8er Triebling von Fredi Thaler aus Graz überholt. Der 2,5 fache Neupreis ging über die Theke.
Aber er läuft noch heute prächtig. Bis vor 14 Tagen da stellte der Dynastarter schlagartig seinen Dienst ein. Natürlich in einem 7 KM langen Tunnel. Wo sonst.
Michael hat nicht soviel Ahnung von der Technik kann aber damit leben. Er ist ein Sammler von Automobilia rund um den Steyr Puch 500 und ein paar Neuteile hat er auch im Keller – Und er hat Freunde die ihm helfen. Ganz wichtig
heute gibt es ja das betreute Fahren mit 17. 1967 gab es so was nicht. So musste es kommen, dass ich meinen ersten Fiat 500 mit 17 hatte und der erste Über-schlag auf einem Supermarkt-Parkplatz nicht lange auf sich warten ließ. Schnell die Reste zusammengepackt und ab zum nächsten Schrottplatz, um Ersatz zu bekommen. Vier Jahre später, nach zwei weiteren Überschlägen, jetzt mit Fahrerlaubnis und einem Crash an einen Straßenbaum war es mal wieder so weit. Ich benötigte wieder einen Fiat und da stand einer direkt am Eingang des Platzes, die Türen waren nicht vorhanden, eine Innenausstattung war nicht verbaut, dafür eine Matratze und eine Kette!
Ich schlich um den Fiat herum und einige Dinge kannte ich so nicht. Die Motorhaube, das Dach, die Handschuhkiste, die Räder, alles ein bisschen anders. Ein Steyr-Puch als Hundehütte des Schrottplatzbesitzers – den wollte ich haben! Nach zäher Verhandlung war dann schließlich für 50 Mark der Puch meiner, die fehlenden Teile bekam ich noch dazu. Für weitere 50 Mark wurde mir der Puch nach Hause geschleppt, mit einem Mercedes 170 Kranwagen.
So kam ich also zum Puch, die Hundehütte gibt es immer noch, es ist mein Renner mit dem ich immer noch ab und zu unterwegs bin. 1976 kam dann mein jetziger 700 C dazu und später auch ein Haflinger. Mit dem Freundeskreis bin ich von Beginn an verbunden und das finde ich schön. Freundschaften entstanden, man sieht sich an Treffen, zu Ausfahrten und auch bei den wenigen Rennveranstaltungen. Ja – inzwischen bin ich 48 Jahre mit Steyr-Puch verbunden und ich wünsche, dass es noch ein wenig so bleibt.
ich leide seit Anfang 1977 unter einer seltenen Virusinfektion. Diese Erkrankung habe ich mir bei der Firma Liedl in Grasslfing eingefangen! Als Fahranfänger wollte ich unbedingt einen FIAT 500. Mein Fahrlehrer hat mich belehrt: „Kauf dir einen STEYR PUCH, das ist das Gleiche, nur besser!“
Bei einem Besuch in Grasslfing kam es zur oben genannten Erkrankung. Die Inkubationszeit dauerte lange und nach dem Ausbruch der Erkrankung wurde das Fieber durch Medikamente unterdrückt: Ich begann Puch-Motorräder zu sammeln. Aber wie bei der Malaria bricht das Fieber immer wieder aus. Seit 1983 habe ich aktiv gegen die Erkrankung gekämpft. Von dieser Zeit an bin ich stolzer Steyr Puch-Besitzer.
Ich habe mich auch als Puch-Rennfahrer versucht. Ziel war, der Schnellste der Langsamen zu sein. „Ziel erreicht!“Jetzt fahre ich oft meinen Puch aus Lust am Fahren, ohne einen bestimmten Zweck oder Ziel, und ganz wichtig: Ohne schlechtes Gewissen.
Meine Motivation im Freundeskreis mitzuarbeiten besteht darin mit Gleichgesinnten ein historisches Kulturgut zu erhalten und mit befreundeten Puch 500 Fahrern eine gute Zeit bei gemeinsamen Unternehmungen zu erleben.
hier ein paar kurze Zeilen meiner Puch-Vergangenheit: Im Jahr 1967 fuhr ich mit meinem Cousin zum Auerbergrennen nach Stötten im Allgäu. Dort habe ich die Puchs zum ersten Mal gesehen. Die Abarths und die Steyr-Puchs weckten in mir den Wunsch, als Führerschein-inhaber mit 18 auch mal so ein Fahrzeug zu besitzen. Als es dann soweit war, war ich schon froh, mit einem alten Käfer übers Land fahren zu dürfen. Als die Berlinzeit begann, hatte ich dann einen Mini Cooper S mit Breitreifen und Überrollbügel. Im Jahre 1974 überholte mich dann auf dem Ku’damm ein kleines lautes Etwas und da war es geschehen. Mein Jugendtraum – ein Steyr-Puch!
Der Mini war schnell verkauft und durch Zufall wurde ein sehr gut gemachter 650 T mit allen guten Teilen gefunden. Zu dieser Zeit fiel mir auch ein dunkelgrüner Puch auf. Der wurde sogleich von mir angehalten und wer stieg aus? – Jutta Düsterberg! So lernte ich natürlich auch Mathias kennen und wir hatten bis 1983 zusammen eine Bastelgarage. Mathias hat aus mir, einem Doppellinkshänder, einen Autobastler gemacht! Von da an gab es in Berlin keinen Puch, den wir nicht gekauft haben. Es bestand Kontakt zu Heinz Saam, Bohlmann, Bernd Viebranz, und Kalle Splanemann wurde beim Slalom im Stauraum getroffen etc…
Mit Beendigung des Studiums und Beginn des richtigen Lebens wurde das „ganze Zeug“ (20 Motoren, 15 Getriebe, 2 PKW, 1 Kombi) en bloc nach Mainz verkauft. 2008 war es dann wieder soweit. Die Kinder waren groß, die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, und das Puch-Virus konnte wieder voll zuschlagen. Also hat Richard wieder einen 650 T, einen 700 C zum Bergrennen und alle Teile, die man sein Leben lang nicht mehr verfahren kann gekauft. Aber haben ist besser als brauchen.
Und so habe ich seit 1974 durch den Puch neue Freunde gefunden und bin nun in einem Freundeskreis, wo man sich gegenseitig hilft und gemeinsame Spaß hat.
die Steyr Puchs traten irgendwann Mitte der 80er Jahre in mein Leben, und das begab sich so: Ein Schulfreund, totaler Autonarr, fragte eines Tages, ob ich mit ihm nach Aachen fahren wolle (immerhin knapp 500 km von Nürnberg), um seine Neuerwerbung auf Achse abzuholen. Es handelte sich um einen recht potenten 500 S und diese Rückfahrt machte dermaßen Spaß, dass ich sowas auch wollte. Ich knüpfte Kontakt – sowohl zum Freundeskreis als auch zu den Salzburgern – und wurde bei beiden Clubs Mitglied. Ich korrespondierte mit Morocutti und Hummel, lungerte in Graßlfing beim Teilemarkt und beim Puch-Treffen am Nürburgring herum und lernte Brysch, Tröltsch, Kahl, Nenninger und so manch anderen kennen. Schließlich kaufte ich Ende der 80er ein, naja, nennen wir es mal „noch zu rettendes Restaurationsobjekt“, einen 63er 500 D. Meine kläglichen Rettungsversuche beschränkten sich allerdings auf planloses Zerlegen, denn ich stellte schnell fest, dass meine Schrauberkenntnisse für eine Totalrestauration nie und nimmer ausreichten.
30 Jahre später – Kleinanzeige in der Thondorf: „500 D Rennsemmel (ex Hubert Nenninger) mit Zulassung“ – keine 10 km von mir entfernt! Hingefahren – schockverliebt (genau so wollte ich meinen immer machen) – runtergehandelt – Frau angebettelt – zugeschlagen . Seitdem betreut den hellblauen Puch (und mich) der Hubert hingebungsvoll und ich habe auf meine alten Tage sogar noch Gelegenheit, etwas Rennluft zu schnuppern. Jetzt muss ich nur noch das Schrauben lernen…
und ich bin wohl ein „Steyr-Puch Spätzünder“. Vor etwas mehr als 10 Jahren kam bei mir der Wunsch auf, meine bis dahin gelebte Zweirad-Liebe, mit einem „Objekt auf 4 Rädern“ zu erweitern. Denn im fortgeschrittenen Lebensalter sind die „4-Räder“ die wohl stabilere Fortbewegungsmethode. Bedingt durch viele Besuche der Bergrennstrecken im Odenwald und den Rundkurs in Hockenheim in den 60/70er Jahren, waren die ONS-Tourenwagen- Klasse II bis 700/1000cm³ immer schon meine heißen Favoriten.
Kurzum, zur Jahreswende 2006/07 waren gleich zwei Gelegenheiten zum Greifen nahe. Ein NSU TTS und ein Steyr Puch TR. Die Entscheidung für den TR war schnell gefallen. Mit dem „Equipment“: einem Telefonanruf an A. Fuhrmann, dem notwendigen Bargeld, Transportmittel und leider starkem Schneefall, war ich innerhalb eines Tages „Eigentümer eines Steyr Puch TR“. Dieses Auto (Baujahr 1966) mit weniger als 7.000km Laufleistung, einer vollständigen Dokumentation incl. ONS-Pass war für einen noch ahnungslosen „Steyr Puch Novizen“ wohl ein einzigartigerer Glücksfall.
Die beiden ehemaligen im Kfz-Brief eingetragen „Erst- und Vorbesitzer“ konnte ich auch noch ermitteln, um von Ihnen Bilder und Ergebnislisten, von der damaligen „Rennerei“ in den 60er/70er Jahren zu erhalten, um damit eine lückenlose Historie zu besitzen.
In die Technik „Motor&Getriebe“ wurde ich von D. Bohlmann sen. eingewiesen und ich bin heute in der Lage allen technischen Herausforderungen gerecht zu werden und sogar eigene Ideen und Visionen umzusetzten.
Der „Steyr Puch Freundeskreis“ ist dafür eine wunderbare Sache, mit den begeisternden Mitgliedern Zeit zu verbringen, gemeinsam Veranstaltungen zu besuchen, Ausfahrten zu organisieren und den „Steyr Puch Gedanken“ auszutauschen.
Ich bin froh und glücklich dazu gehören zu dürfen. Ulrich